Terminkalender

Alexander Kosenina: Porträt aus Briefen. August Klingemann, Gründungsdirektor des Nationaltheaters 1818, korrespondiert mit der Bühnenwelt.
Donnerstag, 8. November 2018, 07:00pm
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Buchvorstellung   und Lesung mit  Alexander Košenina, Manuel Zink und Jehona Kicaj.

August Klingemann (1777–1831) ist vor allem als Verfasser der anonym erschienenen „Nachtwachen von Bonaventura“ (1804) im Gedächtnis geblieben. Seine nun vorliegende, von Alexander Košenina und Manuel Zink erschlossene Gesamtkorrespondenz aus den Jahren 1798 bis 1830 zeigt erstmals seine weniger bekannte Rolle als Romancier und Dramatiker, insbesondere aber als Direktor des Braunschweiger Nationaltheaters seit 1818. 

 In knapp dreihundert Briefen erscheint er als rastloser Bühnenleiter, der im gesamten deutschsprachigen Raum Dramen- und Opernmanuskripte einwirbt und verkauft, Schauspielerinnen und Schauspieler engagiert oder vermittelt und mit den wichtigsten Theaterleuten der Zeit in Kontakt steht. Zugleich ist er bemüht, seine eigenen Dramen und Singspiele auf anderen Bühnen zu platzieren und bei Cotta in Tübingen in einer dreibändigen Ausgabe zu publizieren.

 Die kommentierte Edition des Briefwechsels, u. a. mit  Goethe, Schiller, Brentano, Cotta, Grillparzer, Iffland, Paganini und Tieck, eröffnet ein riesiges Netzwerk aus Regisseuren, Schauspielern, Dramatikern und Verlegern der Goethezeit und bildet einen zentralen Baustein zur norddeutschen Theaterlandschaft um 1800, vor allem für die noch ungeschriebene Geschichte des Braunschweiger Theaters. Klingemanns Uraufführung von Goethes „Faust“ im Jahr 1829 ist dabei ein besonderer Höhepunkt. Außerdem bietet die Korrespondenz viel neues Material, um Klingemanns schauspielkünstlerische Position zwischen den Nachfolgern Lessings in Berlin oder Hamburg und dem distanzierenden Weimarer Programm genauer zu bestimmen.

Ort Staatstheater Braunschweig, Hausbar, 3. Stock
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